Die Helden Helden   Verfasser dieser Abhandlung:
        Dr. Jürgen Geppert   Gut und Böse Gut und Böse
Der Meister Der Meister     Link-Seite Links
Würfelproben Würfelproben     An die Damen An alle Damen

Gleich vorweg: Ich beziehe mich hier ausschließlich auf das Rollenspiel in der Gruppe.
Für die anderen Ausprägungen schaut bitte in den Links nach.
Zum Erklären des Rollenspiels habe ich den Frage-Antwort-Modus gewählt. Ihr könnt eine Frage direkt über die folgenden Links anspringen oder lest das ganze der Reihe nach durch.

  1. Was ist der Sinn des Rollenspiels (RS)?
  1. Wozu eine Rolle übernehmen?
  1. Gibt es Voraussetzungen für das Rollenspiel?
  1. Wie "agiert" eine RSFigur?
  1. Wo "agiert" die RSFigur?
  1. Wo wird gespielt?
  1. Woher weiß der Rollenspieler, was seine RSFigur kann?
  1. Was macht der Rollenspieler nun mit seiner RSFigur?
  1. Woher weiß der Rollenspieler, was er im Rollenspiel machen muß?
  1. Wie bekommt der Rollenspieler Informationen über seine Rollenspiel-Umwelt?
  1. Gibt es eine Spieleleitung/Ordnung in dem Chaos?
  1. Wer hat beim Rollenspiel die meiste Arbeit?
  1. Wozu braucht ein Rollenspiel Regeln?
  1. Wird alles durch die Regeln geregelt?
  1. Wie wird entschieden, ob eine RSFigur erfolgreich "agiert"?
  1. Gibt es bei Rollenspiel auch Magie?
  1. Muß die RSFigur menschlich sein?
  1. Ist es auch möglich, böse RSFiguren zu spielen?
  1. Was macht der Rollenspieler während des Spiels?
  1. Was hat der Meister vom Rollenspiel?
  1. Was hindert den Meister daran, seine Macht nach Belieben einzusetzen?

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  1. Was ist der Sinn des Rollenspiels?
    In eine Rolle zu schlüpfen bzw. eine imaginäre Rollenspielfigur (RSFigur) zu erschaffen, diese mit Charakterzügen zu versehen, möglichst gut auszufüllen und solange wie möglich/gewünscht am "Leben" zu erhalten. Wohlgemerkt: Die RSFigur existiert nur in der Phantasie der Rollenspieler und des RSMeisters!

  2. Wozu eine Rolle übernehmen?
    Ich unterstelle einmal, daß jeder Mensch irgendwelche Wunschvorstellungen hat, die er sich im wahren Leben nie erfüllen könnte bzw. würde. Im Rollenspiel hingegen kann man seine RSFigur mit den im wirklichen Leben unterdrückten Charakterzügen ausstatten. So könnte ein schüchterner Mensch einmal einen richtigen Draufgänger spielen oder ein etwas vorsichtiger Zeitgenosse einen wagemutigen Helden.

  3. Gibt es Voraussetzungen für das Rollenspiel?
    Ja!


  4. >> es sollte dem Spieler schon Spaß machen, in eine andere Haut zu schlüpfen, denn nur wegen des Spaßes wird gespielt!
    >> ein gerüttelt Maß an Vorstellungskraft, auch Phantasie genannt, ist von Nöten. Der größte Teil des Spiels läuft in Gedanken und Worten ab. Wer an Gedankenspielen keine Freude findet, wird sich sehr wahrscheinlich schwer tun.

  5. Wie "agiert" eine RSFigur?
    Der Rollenspieler sagt/beschreibt dem RSMeister, was seine RSFigur tun soll. Daraufhin ist es zumeist notwendig (dies entscheidet der RSMeister), zu ermitteln, ob diese Aktion dem Charakter gelingt.

  6. Wo "agiert" die RSFigur?
    Während der Rollenspieler auf der guten alten Erde lebt, "lebt" und "atmet" seine Figur, man sagt auch der Charakter, zumeist in einer fiktiven Welt. Dies kann die Erde in einer anderen Zeit sein oder eben eine völlig neu erschaffene Kreation mit eigenen Kontinenten, Lebewesen, Naturgesetzen, etc.

  7. Wo wird gespielt?
    Im Gegensatz zum Theater gibt es keine Bühne, kein Bühnenbild, keine Maske, keine Kostüme, keine Requisiten und keine Bewegung. Man trifft sich mit seiner Gruppe (zumeist 3-6 Spieler) an irgendeiner Örtlichkeit (z. B. einer Wohnung) und läßt dann in den nächsten Stunden hauptsächlich die Gehirnmuskeln spielen.

  8. Woher weiß der Rollenspieler, was seine RSFigur kann?
    Ganz zu Beginn (vor dem ersten Rollenspiel oder nachdem eine Figur "gestorben" ist) werden der neuen Figur Werte zugeteilt, die über die Fähigkeiten der Figur Auskunft geben (Werte: Mut, Geschicklichkeit, Körperkraft, Intelligenz, Charisma, Höhenangst, Totenangst, Kampfwert, ...)

  9. Was macht der Rollenspieler nun mit seiner RSFigur?


  10. Wie in den Märchen und Sagen gilt es nun:
    >> böse Drachen zu erschlagen und/oder
    >> Schwarzmagier zu beseitigen und/oder
    >> Räuber dingfest zu machen und/oder
    >> Prinzessinnen zu retten und/oder
    >> möglichst reich zu werden und/oder
    >> Schätze zu finden und/oder
    >> Kriege zu gewinnen und/oder
    >> ein erfolgreicher Unternehmer zu werden und/oder
    >> ...

  11. Woher weiß der Rollenspieler, was er im Rollenspiel machen muß?
    Der Regisseur/Leiter der RSGruppe, der Meister, hat zumeist eine vorgefertigte Geschichte (selbst ausgedacht, gekauft oder aus dem Internet) durch die er die Rollenspiel-Gruppe mit sanfter (manchmal auch etwas härterer) Hand bis zum Ziel (Showdown) führt. Weicht die Gruppe (Party) zu sehr vom roten Faden der Handlung ab, liegt es in der Kunst des Meisters, die Gruppe möglichst von diesen unbemerkt wieder in die richtige Richtung zu lenken.

  12. Wie bekommt der Rollenspieler Informationen über seine Rollenspiel-Umwelt?
    Er fragt den Meister, der ihm das Gewünschte mehr oder weniger bildhaft beschreibt. Es ist nicht schlecht, wenn der Meister über Kartenmaterial oder kleine Bilder über die Lebewesen, Gegner, etc. verfügt, die er den Rollenspielern präsentieren kann. Dies macht das ganze anschaulicher.

  13. Gibt es eine Spieleleitung/Ordnung in dem Chaos?
    Ja! Die Rolle des Regisseurs beim Theater wird vom RSMeister (kurz Meister) übernommen. Der leitet nun nicht nur das Stück, sondern ist der einzige, der alle Informationen hat, denn die Rollenspieler haben keine Textvorgaben.

  14. Wer hat beim Rollenspiel die meiste Arbeit?
    Der Meister. Er bereitet das Abenteuer vor, spielt alle Nicht-Spielerfiguren, führt alle Gegner, gegen die die RSFiguren im Abenteuer kämpfen, spielt die Händler, bei denen die RSFiguren ihre Waffen kaufen, muß dafür sorgen, daß die Heldengruppe nicht zu weit vom Ziel abweicht, muß Streitereien unter den Gruppen-Mitgliedern schlichten, usw., usw.

  15. Wozu braucht ein Rollenspiel Regeln?
    Das Rollenspiel läuft zum größten Teil in der Phantasie auf einer imaginären Welt ab (oder auch auf mehreren). Für diese Welt/en wurden vom Erfinder Naturgesetze definiert (>> Regeln). Zudem muß ja irgendwie entschieden werden, ob einer RSFigur eine Aktion (Klettern, Kämpfen, Werfen, Suchen,...) gelingt oder nicht. Sollte z.B. das Klettern mißlingen (weil die Würfelprobe gegen den Geschicklichkeitswert der RSFigur mißlingt), dann erhält die RSFigur durch den Sturz einen Schaden. Wie die Würfelprobe auszuführen ist, wie groß der Schaden ist, wie die Verletzungen den Charakter behindern, wie die Wunden heilen, ob eine Infektion vorkommt, etc. das wird von den Regeln und vom Meister, der die Regeln auslegt, bestimmt.

  16. Wird alles durch die Regeln geregelt?
    Nein. Es gibt bestimmt immer wieder Fälle, in denen auch das ausführlichste Regelwerk keine explizite Regel hat. Dies ist auch gar nicht schlecht! Denn zu viele Regeln können ein Rollenspiel unspielbar machen, da man wegen jeder Kleinigkeit nachschlagen muß. Erfahrene Rollenspieler und vor allem Meister haben die meisten Regeln allerdings im Kopf. Ich empfehle aber jedem Meister, nur die Regeln zu verwenden, die er für sinnvoll und spielbar hält. So bleibt ihm auch immer genügend Spielraum, eigene Lösungen zu wählen. Für Anfänger, vor allem für einen Anfänger-Meister, empfiehlt sich ein einfaches Rollenspielsystem wie DSA (Das Schwarze Auge).

  17. Wie wird entschieden, ob eine RSFigur erfolgreich "agiert"?
    In den meisten Rollenspiel-Systemen wird durch Würfeln entschieden. Dabei wird das Würfelergebnis gegen die Werte der RSFigur (Klettern, Kämpfen, Werfen, Suchen, ...) verglichen.

  18. Gibt es bei Rollenspiel auch Magie?
    Jein. Dies hängt schlicht und einfach von den Regeln des gespielten Rollenspiels ab. Mir ist allerdings kein Rollenspiel bekannt, in dem es keine Magie gibt. (Was nichts heißen mag!)

  19. Muß die RSFigur menschlich sein?
    Natürlich nicht! Es kann jede intelligente Rasse, die die Rollenspiel-Regeln vorsehen, gewählt werden. (gebräuchliche Fantasy-Rassen sind: Menschen, Elfen, Zwerge, Orks, Halblinge, Gnome,... bei Science Fiction können noch Aliens jeder Art hinzukommen)

  20. Ist es auch möglich, böse RSFiguren zu spielen?
    Manche Rollenspieler bevorzugen in der Tat nicht das Heldendasein, sondern spielen lieber Meuchelmörder, Henker, Schwarzmagier, etc. Wenn man also so richtig die Sau rauslassen will, muß man sich nach solch einer Gruppe umsehen oder selbst eine Gruppe gründen.

  21. Was macht der Rollenspieler während des Spiels?
    Die einzigen Bewegungen, die der echte Körper des Rollenspielers während des Spiels ausführt, sind:

  22. >> Atmen
    >> Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme (zumeist griffbereite Fertigprodukte)
    >> Toilettengang (solange wie möglich hinausgeschoben)
    >> Würfeln (Entscheidungsfindung beim Rollenspiel)
    >> und vor allem Reden, Reden, Reden...

  23. Was hat der Meister vom Rollenspiel?
    Abgesehen davon, daß man miteinander spielt (normalerweise ist die Sache ganz lustig), hat der Meister praktisch unbeschränkte Macht. Er alleine weiß, was in dem Abenteuer geschieht. Er kann es auch jederzeit ergänzen oder umschreiben, er kann nach Belieben Gegner erfinden, diese stärker machen, er hat die Kontrolle über das Wetter, die Naturgewalten, etc. Das Gefühl der Macht ist verlockend. Mir persönlich lag stets daran, ein Abenteuer zu einem guten Ende zu bringen und je mehr Spaß die Rollenspieler hatten, desto mehr Freude hatte auch ich.

  24. Was hindert den Meister daran, seine Macht nach Belieben einzusetzen?
    Ein Meister, der mit seinen Rollenspielern zu launisch umspringt, wird über kurz oder lang ohne Spieler dastehen.

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