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Mexico City


Angefangen hat alles in Mexico City... und der erste Eindruck der Hauptstadt von Mexico war ein irgendwie putzmittelartiger, scharfer leicht in den Augen brennender Geruch am Flughafen, dann auch ausserhalb des Flughafens und eigentlich überall, nur daß er einem schon relativ bald einfach nicht mehr auffiel. Der brüchtigte Smog des D.F. (sprich: de effe; districto federal). Andere typische Eindrücke: Grüne VW-Käfer Taxis, Unmengen an Uniformen (jeder hat eine, von Parkwächter bis zum Reinigungspersonal... mit Borten!), verblüffende Sauberkeit im Stadtzentrum und Lametta überall (der Nationalfeiertag stand ins Haus)...
Den bleibendsden Eindruck hat bei mir aber das Museo de Antropologia, das anthropologische Museum hinterlassen. Alleine vom Bauwerk her schon beeindruckend ist der gesamte Innenhof von einer riesigen, schirmartigen Konstruktion überspannt, die nur in der Mitte von einer schmalen, mit ornamenten verzierten Säule getragen wird. Und das in einem Erdbebengebiet! Aber es hat ja schon einige Beben überstanden...
Im Museum selbst befinden sich dann fast endlos erscheinend Schauräume, voll mit allem, was jemals irgend eine alte Kultur auf dem Gebiet Mexicos zurückgelassen hat. Alles sortiert, auf Schautafeln erklärt und liebevoll beschriftet... leider nur auf Spanisch. Für mich war es ein erstes Wiederholen meiner Spanischkenntnisse, schriftlich geht's ja gerade noch...
Um das ganze wenigstens annähernd festhalten zu können blieb mir dabei nichts anderes übrig, als zu Papier und Bleistift zu greifen. No Flash, no Tripods... was will man da machen... Das anthropologische Museum war ja viel, nur bloss nicht besonders hell. Was natürlich umgekehrt wieder recht spektakuläre Lichteffekte ermöglichte. Riesige Statuen, Kalendersteine, Federkronen und dazwischen dann wieder die Überresste alter aztekischer Kodizes, welche frappierend an heutige Comics erinnern... Kurz gesagt: ein Nachmittag war viel zu wenig!
Interessant war es auch, erst die farbigen Rekonstruktionen im Museum zu sehen, und dann die gewaltigen Originale "in freier Natur". Gelegenheit dazu bot sich bei den nur wenige kilometer nordöstlich vom D.F. gelegenen Ruinen von Teotihuacan. Diese waren angeblich bereits alt und seit ewigen Zeiten verlassen als die Atzteken in das Tal des heutigen Mexico City zogen und dort ihre Hauptstadt Tenochtitlan gründeten, die später von den Spaniern zerstört werden sollte...

Teotihuacan


Das gewaltigste Bauwerk Teotihuacans ist ohne zweifel die riesige Sonnenpyramide, die von einigen Quellen sogar als die volumsmäßig größte Pyramide der Welt geführt wird. Bei ihr, wie auch bei der etwas kleineren Mondpyramide handelte es sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit um keine Begräbnisstätten, sonder gewissermassen um "Fundamente" für auf ihrer abgeflachten Spitze befindliche Tempel. Diese sollten dem Himmel so nahe wie möglich sein (soweit zumindest eine Interpretation...).
Verbunden sind diese beiden Bauwerke mit dem Rest der Anlage über die sogenannte Avenida de los Muertes, die Straße der Toten. Angeblich sollen Gefangene entlang ihr bis zu den grossen Pyramiden getrieben worden sein, um dann dort geopfert zu werden.
Weiters wichtig ist noch der Tempel des Quetzalcoatl, eines Gottes, der meist als gefiederte Schlange dargestellt wird. Dominiert wird dieser heute von einer breiten Treppe, die an beiden Seiten mit Tierköpfen verziert ist (diese war es auch, die wir als Rekonstruktion im anthropolohischen Museum gesehen hatten)
Den tiefsten Eindruck hinterläßt aber doch zweifelsohne die Sonnenpyramide. Von ihrer quadratischen Basis mit 222 Metern Seitenlänge steigt eine breite Treppe bis in 70 Meter Höhe empor. Teilweise spaltet diese sich in zwei Treppen auf, um sich dann wieder auf der nächsten "Etage" zu vereinigen. Oben angekommen ist man verschwitzt und etwas erschöpft, kann dafür aber einen großartigen Ausblick auf die gesamte Anlage und die ferne Smogkuppel Mexico Citys genießen.
Schließlich wieder herunten angekommen, muß es einem dann nur noch gelingen, den auf Touristen Jagd machenden Souvenirhändlern zu entkommen, die massenweise "echte" Obsidianfiguren und -messer verkaufen... falls man ihnen entkommen möchte. Sie lassen auf jeden Fall mit sich handeln und was sie verkaufen ist zwar sicher nicht besonders authentisch, sieht aber doch teilweise ziemlich gut aus...

Seite zuletzt bearbeitet am  10.1.2000 von Christian