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Skye - Der Norden


Die Hauptstadt der Insel Skye und gleichzeitig eine der schönsten Ortschaften Schottlands überhaupt ist Portree. An einen geschützten Naturhafen schmiegen sich entlang der Kaimauer bunt bemalte Häuser und bieten einen fröhlichen Kontrast zur nordischen Kulisse. Ein idyllischer Anblick bei Sonnenschein, so ziemlich das Allerletzte aber während der kalten Wintermonate, wenn der Wind von der See Regen und Nebel hereinpeitscht, so zumindest behaupten Einheimische.
Da ist es dann auch gut, wenn man sein Haus mit schwerem Schiefer und nicht mit viel zu leichten Dachziegeln gedeckt hat, erzählt man uns mit wissendem, fast boshaftem Grinsen. Da haben doch glatt ein paar Engländer so ein neumodernes Haus gebaut... was solls, der erste ernsthafte Sturm hat das Dach abgedeckt... Dass hier auch im Straßenverkehr ganz andere Gefahren lauern, als bei uns daheim, sieht man deutlich am Verkehrszeichen rechts, welches sich im Hafen von Portree befindet.

 
Noch ein Stück nördlich von Portree befindet sich dann die imposante Felsformation des Old Man of Storr, eine ganze Gruppe von schroffen Felszacken und zum Teil überhängenden Felswänden. Bemerkensweise fallen selbige von der Küstenstraße her überhaupt nicht auf. Grau in grau heben sie sich von der dahinter liegenden Felswand praktisch nicht ab... obwohl wir wußten, das sie da sind, da sein müßten, wären wir fast an ihnen vorbeigefahren.
Vom Parkplatz aus gehts zuerst durch einen kleinen Wald bergauf, dann, oberhalb der Baumgrenze, noch einmal ein Stückchen ziemlich steil über almartigen Boden weiter... und schließlich steht man vor den Felsnadeln. Und dann geht der Fotoapparat mal wieder mit einem durch, vor allem wenn man das ungemeine Glück hat, diese großartige Landschaft bei so traumhaftem Wetter erleben zu dürfen.
Verschärfend wirkt da noch die Tatsache, daß man einen traumhaften Ausblick hat... Im Süden sieht man über Skye, erblickt man über eine Hügelkuppe hinweg wenn man genau schaut den Hafen von Portree. Und im Süden erblickt man über den Sound of Raasay und die vorgelagerten, langestreckten Inseln Ronda und Raasay das Festland, also die britische Hauptinsel.

Im äußersten Norden der Insel befindet sich schließlich das Quiraing-Massiv, eine Gruppe von eindrucksvollen Tafelbergen. Ja, in der Tat, Tafelberge! So was gibts nicht nur in Südamerika, sondern auch im ehemals vulkanischen Nordwesten Schottlands! Wir haben natürlich beschlossen, zum Drüberstreuen nach der Wanderung zum Old Man of Storr, noch eine Runde um den Quiraing zu drehen... und was die Ausblicke anging, zahlte sich das auch unbedingt aus. Nichts desto trotz entwickelte sich die ganze Sache aber auch zu einer ziemlichen Hatscherei....
Schlimm war vor allem der Rückweg, also die zweite Hälfte der Runde... da gings nämlich die ganze zeit auf dem Hochplateau des Tafelberges dahin... und dort war WIRKLICH Sumpf. Und plötzlich kein Weg mehr. Nur mehr kleine Pölsterchen etwas festerer Vegetation, die einen am Einsinken hinderten und über die man sich dahinhandelte. Trotzdem sank ich mehrmals bis über beide Knöchel in schwarzem, schmatzenden Schlamm ein. Ein unerfreuliches Erlebnis, vor allem, wenn man eigentlich schon saumüde ist... was aber nichts daran änderte, dass diese Wanderung einer der Höhepunkte des Urlaubs war!
Und dann hieß es Abschied nehmen von der Isle of Skye... Ab ging es, in den äußersten Süden der Insel und von dort mit der Fähre Kilmore-Mallaig zurück auf die britische Hauptinsel. Nach einem kleinen Abstecher zur Glenfinnan Brücke und dem Glenfinnan Monument (schon wieder eine Bonnie Prince Charlie Gedenkstätte...) setzten wir aber noch am selben Tag schon wieder zur nächsten Insel über, diesmal der Isle of Mull.

 


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Seite zuletzt bearbeitet am 26.3.2000 von Christian