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York


Angekommen sind wir in Hull mit der Fähre aus Rotterdam, wohl der angenehmsten Route nach Schottland (sofern man mit dem Auto unterwegs ist). Schlafen auf dem Schiff, am Abend ein ausgiebiges Buffet und am Morgen ein fast genauso üppiges Frühstück... und dann braucht man einmal eine Zeit lang nichts mehr zu Essen... Unser erstes Ziel, wohlgemerkt noch in England (diese Dinge sollte man nicht durcheinanderbringen, sonst macht man sich weder bei Engländern, noch bei Schotten Freunde), war York.

Mal sehen, was es in York alles zu besichtigen gibt... 

Ansich ist ja schon die Stadt selbst recht sehenswert, zumindest das mittelalterliche Zentrum. Da drängen sich Fachwerkhäuser und -häuschen eng aneinander, dazwischen leuchten bunt bemalte Ladenschilder und liebevoll eingerichtete Auslagen machen es einem teilweise fast unmöglich, vorbeizugehen. Bei dem Geschäft links oben ist mir das übrigens wirklich nicht gelungen! 
Ein Laden voll mit Bier-Spezialitäten aus aller Welt, alleine die ganzen Flaschen anzusehen war schon eine helle Freude! Na jedenfalls schleppte ich ab dem Moment sechs Bierflaschen mit mir herum... was solls! Was sein muß, muß sein! Hier kann man sich übrigens meine Biere (mittlererweile leer ;-) ) ansehen...

Von den mittelalterlichen Häusern der "Shambles" gings dann weiter zur, ebenfalls absolut sehenswerten, Kathedrale von York. Ihre Ursprünge reichen bis zur Römerzeit zurück, außerdem ist sie angeblich die "größte mittelalterliche Kathedrale Nordeuropas"... wer mehr Fakten wissen möchte, dem empfehle ich einen Reiseführer! 

Glasgow


Mein erster Eindruck von Glasgow entsprach ziemlich genau meinem von zuhause mitgebrachten Vorurteil: Eine graue, schmutzige Industriestadt ohne besondere Sehenswürdigkeiten... Vielleicht lag es ja daran, daß ich von der ziemlich langen Fahrt müde war, vielleicht auch an dem schlechten Wetter, oder an unserem eher "bescheidenen" Quartier. Wie auch immer revidierte ich alles am nächsten Tag. Was ich nicht gewußt hatte ist, daß Glasgow eines der großen Zentren des Jugendstil war und heute noch ist.
Zeugnisse davon findet man von einzelnen Fassadendetails angefangen bis hin zu ganzen Einkauspassagen, die im Jugendstil gestaltet sind. Generell kann man sagen, daß momentan weite Teile Glasgows renoviert werden. Endlich wird die schwarze Schicht der Abgase von über  hundert Jahren Industrie von den Häusern gekratzt... und darunter kommen viel freundlichere Farben zum Vorschein. Eine positive Überraschung war auch ein Besuch im Museum: Ich hatte zuvor noch was von einem Maler namens J.M.Whistler gehört...
Da fällt mir ein, daß mir der Name Whistler in Verbindung mit Gemälden doch nicht so ganz fremd ist. Hieß nicht das Bild, welches Mr.Bean in seinem Film verunstaltete "Whistlers Mutter"? Wie auch immer... Insgesamt ist das oben genannte Museum (die "Hunterian Art Gallery") Bestandteil der Universität von Glasgow, deren (zumindest für mich) bekanntester Sohn Lord Kelvin ist. Jener Mann, der die (no na) Kelvin Skala zur Temperaturmessung einführte (in Wissenschaftskreisen internationaler Standard, da sie vom absoluten Nullpunkt ausgeht...). Was mich verblüffte war, daß er scheinbar die längste Zeit gar nicht Kelvin hieß! Als er wegen seiner Verdienste geadelt wurde, mußte er sich allerdings einen Adelsnamen zulegen, und er wählte jenen des Flusses, der durchs Unigelände fließt... eben Kelvin! Der Mann hatte durchaus Humor, wie es scheint!

Ab in die Highlands...


Und dann ging es endlich los in "mein" Schottland, in die Highlands. Dort empfing uns aufs erste zwar nicht gerade eitel Sonnenschein, aber was solls! Irgendwie verschafften gerade die ziehenden Nebelschwaden, die tief hängenden Wolken und das leichte Nieseln (so lästig es auch war) der Landschaft einen ganz eigenen Charakter. Irgendwie urtümlich, gewaltig, so, daß man sich als Mensch dabei ziemlich klein vorkommt....
Inmitten dieser eindrucksvollen Szenerie gelangten wir dann zu unserer ersten Burg auf dieser Reise: Eilan Donan Castle. Wir waren hier schon einmal zuvor gewesen, darum fiel unser Besuch diesmla nur sehr kurz aus, aber ein toller Anblick ist es doch immer wieder. Das dachte man sich wohl auch, als man hier 1985 Szenen zum "Highlander" mit Christopher Lambert und Sean Connery drehte...

Für uns war Eilan Donan dann auch der letzte Stop vor unserem ersten großen Ziel, der Isle of Skye!


 


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Seite zuletzt bearbeitet am 9.2.2000 von Christian