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Die Isle of Mull


Ganz ähnlich wie Portree auf Skye präsentierte sich Tobermory auf Mull. Wieder die bunten Häuser (hier sogar noch einige mehr) und vor allem ein wunderschöner kleiner Hafen mit Fischerbooten, noch knalliger angemalt, als die Häuser. Die ganzen Kontraste und Spiegelungen... wirklich eine Augenweide...
Dann ist da noch auf jeden Fall ein ganz besonders gemütlicher Inn / Pub / Hotel (was auch immer, am ehesten wohl von allem ein wenig...) am Hafen zu erwähnen: Das Mishnish! Dort sollte man wirklich vorbeischauen, wenn man in die Gegend kommt! Wirklich gutes Bier, super Essen in ganz und gar nicht knausrigen Portionen (z.B. Fish and Chips!!!) und eine einfach unglaublich gemütliche Atmosphäre. Was letzteres angeht, haben britische "Wirtshäuser" (i.e. eben "Inn"s) den meisten kontinentalen Gastronomiebetrieben einiges voraus. Das fängt mit der Einrichtung an, und geht über die Bedienung bis zu den Gästen...

 
Irgendwie war das Mishnish für mich sogar fast der Höhepunkt von Mull, auf jeden Fall aber das, was ich als allererstes mit dieser Insel assoziiere (ich weiß, ich bin verfressen...). Naja, rein landschaftlich kann Mull einfach dem direkten Vergleich mit Skye nicht wirklich standhalten. Wo Skye großartig, überwältigend und beeindruckend ist, ist Mull einfach sehr schön, wirklich... nett. Ehrlich sehenswert, aber man sollte sich Mull vielleicht VOR Skye ansehen.
Mal sehen, was gibts auf Skye denn abgesehen von Tobermory zu sehen... Landschaftlich dominant sind sicherlich wieder Tafelberge, der bedeutendste davon der Ben More. Letzterer ist übrigens ein ehemaliger Vulkan, und nicht einmal so ein kleiner! Ein vorgeschichtlicher Ausbruch eben dieses Berges soll es gewesen sein, der wesentlich zur Bildung des Kaledonischen Kanals (jener Furche, welche sich von westlich von Glasgow bis nach Inverness zieht) beigetragen haben soll.
Was haben wir also auf Mull gemacht... wir sind einfach eine Runde gefahren. Eben dieser Wasserfall rechts war dabei Anlass für ein recht verblüffendes Erlebnis. Wir waren stehen geblieben (irgendwo im Westen von Mull) um uns einen Wasserfall anzusehen, der auf der Karte eingezeichnet war... nur, daß von dem da jede Spur fehlte! Naja, ein Bach und ein paar kleine Geländestufen waren da, aber doch nichts, was den Namen Wasserfall verdient! Und so spazierte ich dann halt entlang des friedlichen Bächleins richtun Meer, als plötzlich der Boden weg war. Gott sei Dank nicht unter, sondern nur unmittelbar vor meinen Füßen... und da war er auch: der gesuchte Wasserfall! Nicht gewaltig, aber doch ganz nett und vor allem durch seine tolle Lage an der Küste ein lohnendes Fotomotiv...

Und noch etwas ist mir auf Mull aufgefallen: Es gibt ziemlich viele und eigentlich teilweiseweise gar nicht scheue Wildtiere. Gleichermaßen freche, wie neugierige Singvögel zum Beispiel und dann noch (natrgemäß etwas weniger zutrauliche) mächtige Hirsche. Auf Mull war es auch, daß ich das erste Mal in Schottland im Meer baden gegangen bin. Aber bei DEM Wetter, das wir hatten...
Nun gut, warm war es nicht gerade, aber auch nicht wesentlich kälter, als so mancher heimische See. Und im Meer war man vor allem vor sagenhaften Ungeheuern einigermaßen sicher... ganz im Gegensatz zum Loch Ness, nach Mull dem nächsten Zwischenstop unserer Reise. Auch hier wieder traumhaftes Wetter und damit verbunden unglaubliche Farben aber... keine Nessie vor der Linse! Eine UNVERSCHÄMTHEIT! Da kommt man extra her... Na gut, wer unbedingt Nessie knipsen will, der kann das anhand eines 100% realistischen, maßstabsgetreuen Modells beim Nessie Visitor Centre tun. Auch wenn mir das ganze ein wenig zu sehr nach Massentourismus und ziemlich geschmacklosem Kitsch gestunken hat. Aber wem's gefällt...
Ein anderes "Must" am Loch Ness ist Urquart Castle. Auch das nicht gerade ein verschlafenes Plätzchen; hier halten der Reihe nach die großen Touristenautobusse und auch der Dudelsackkollege vom Dienst schiebt pflichtgemäß und, wie ich zähneknirschend zugeben muß, ziemlich fotogen seine Runden auf der Burgmauer. Nichts desto trotz aber aufgrund seiner idyllischen Lage am berühmtesten See der britischen Inseln eine Ruine, die man gesehen haben sollte... Zumindestens auf dem Foto lassen sich die Massen ja ausblenden... Außerdem war Urquart auf unser doch ziemlich langen Reise von Mull in den Nordwesten ein willkommener Rastplatz...

 


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Seite zuletzt bearbeitet am 28.3.2000 von Christian